Die zwei Möglichkeiten

Aktualisiert: 3. Juli 2018




Stell dir vor doch mal vor, du hast einen ganz tollen Tag mit deiner Familie, deinen Freunden oder deiner aller aller besten Freundin verlebt.

Ihr wart gemütlich Essen, im Kino und danach noch, in der nahe gelegenen Bar, etwas trinken. Ihr habt gelacht, getanzt und gefeiert. Gut gelaunt trittst du den Heimweg an. Es war ein drückend warmer Sommertag, gerade deswegen genießt du diesen Weg nach Hause in der frischen, kühlen Nachtluft.



#Müll #Emotionen #Aufarbeiten #abtragen #Depressionen #chronischeschmerzen #Schmerzen #beseitigen #Liebe #Selbstliebe #aufgestautewut

Schon von Weitem siehst du, dass irgendjemand etwas vor deine Türe abgelegt hat. Du kannst es aber noch nicht erkennen aber mit jedem Schritt, den du weiter auf dein Haus zugehst, richt es strenger. Bis der Gestank fast unerträglich wird.



Dieses Etwas vor deiner Türe, entpuppte sich als ein großer Haufen Mist.

Du hast den Berg Mist weder bestellt, noch hat jemand gesehen, wer ihn bei dir abgeladen hat. Du musst darüber steigen um zu deiner Türe und in dein Haus zu kommen. Trittst aber leider direkt rein - also klebt der Mist nun auch an deinen Schuhen, die du dir extra für diesen Abend gekauft hast.



Der Gestank zieht durchs ganze Hause, er nimmt dir den Atem und lässt tief in dir ein flaues Gefühl im Magen aufkommen, sodass du nun auch noch Angst hast, dich übergeben zu müssen.



Für was steht diese Metapher ?


Der Mist, macht deine Probleme bildlich, die das Leben über dich - über jeden von uns, ausgekippt hat und die du nun jeden einzelnen Tag mit dir herumschleppst. Auch wenn du sie ab und an vergisst, sie sind trotzdem dein ständiger Begleiter. Tag und Nacht, immer und überall.



Traumatische Erlebnisse, Beziehungsprobleme, Streitigkeiten in der Familie, alte Denkmuster und Glaubenssätze, die irgendwann in der Kindheit angelegt wurden, alte Wunden die immer wieder aufgerissen werden.


Probleme die dich lähmen und festhalten, Probleme die dich im Gedanken und als Last auf deinen Schulten und dich nicht mehr schlafen lassen.

Du hast diesen Mist nicht bestellt aber nun am Hals und du weißt, dass ihn dir keiner abnehmen kann, auch wenn es manche deiner Freunde schon oft versucht haben.




Du hast die Wahl



Es gibt allerdings zwei Möglichkeiten, wie du damit umgehen kannst. Du hast die Wahl dich für eine von diesen Möglichkeiten zu entscheiden, du hast tatsächlich immer die Wahl.



Die erste Möglichkeit

Stehen bleiben und dich damit abfinden, nichts verändern zu können


Du kannst ihn mit dir herumschleppen, den ganzen Mist in deine Tasche packen und in dir in die Hosentaschen stopfen, dich darin baden und danach sprichwörtlich damit eincremen. Aber du wirst bald feststellen, dass du dadurch nicht nur Freunde verlierst, sondern vielleicht sogar alles was du dir bis dato aufgebaut hast. Der Dunstkreis aus all dem Mist ist einfach viel zu groß, dass es Menschen in unserer Nähe wirklich aushalten könnten, denn durch deinen ganzen Mist, werden sie an ihre eigenen Ballast erinnert, den sie liebend gerne vor sich herschieben.


Allerdings solltest du dir dabei auch über die Folgen bewusst sein. Nicht selten mündet es in tiefe Depressionen, in chronische Schmerzen, in Rückenproblemen, negative Gedanken, Wut und Hass und im völligen Rückzug. Mit der Zeit wird die Ohnmacht übermächtig und nimmt immer mehr Raum in deinem Leben ein. Raum, den du sinnvoller für die wirklich schönen Augenblicke des Lebens nutzen könntest.

Eine ganz normale Reaktion auf die Widrigkeiten in unserem Leben.




Die zweite Möglichkeit

Die Ärmel hochkrempeln


Du krempelst deine Ärmel hoch, holst dir den Schubkarren und die Schaufel aus der Garage

um den Mist, den dir das Leben unaufgefordert geschenkt hat, ab zu tragen. Es ist anstrengend und oftmals auch mit tiefen Schmerzen verbunden aber du weißt, dass dies der einzige Weg ist um ohne schmutzige Schuhe in dein Haus zu kommen, dann fährst Du den Mist hinters Haus und verbuddelst ihn im Garten.



An manchen Tagen schaffen du vielleicht nur eine halbe Karre, an anderen Tagen bist du wieder voller Tatendrang und schaffst zwei. Du kannst aber nicht umkehren und einfach aufhören wenn du mal diesen Weg eingeschlagen hast, denn du wirst spüren wie befreiend es ist. Auch wenn es eine sehr ermüdende Arbeit ist und du vielleicht, auf deinem Weg in den Garten, den Eindruck hast, dass der Berg trotz allen Mühen, nicht kleiner werden will.


Doch du unternimmst etwas und du bist stolz auf dich, denn du stehst nicht ohnmächtig neben deinem großen Berg und wartest bis er dir auch noch die letzte Luft zum Atmen nimmt.


Vielleicht brauchst du Jahre, bis der Misthaufen gänzlich verschwunden ist aber er wird mit jeder Karre kleiner und irgendwann wird er gänzlich verschwunden sein.


Du bist also nun fertig und hast den Misthaufen abgetragen. Inzwischen ist der Sommer vorüber, der Herbst und der Winter auch.



Die Sonne entfaltet wieder ihre ganze Kraft und lässt die zarten Knospen neuen Lebens sprießen und mit ihm ein Meer aus tausend bunter Blumen im hinteren Teil deines Gartens, der Teil, der vorher kahl und grau sein Dasein fristete - genau in dem Teil, in dem du vor einiger Zeit deinen ganzen Mist vergraben hast.


Der Lohn für deine Mühe, der Lohn dafür, dass du dich von der alten Last deines Lebens befreit hast um durchzuatmen und um wieder unbeschwert und frei die Freuden des Lebens genießen zu können. Der Lohn könnte nicht schöner und prachtvoller sein. Die Blumen und Früchte in deinem Garten werden deine Freunde und Nachbarn anlocken und sie werden sprachlos dieses wundervolle Farbenmeer betrachten.


Deine Nachbarn, Freunde, Kollegen



Wenn sie dann zu dir kommen, deine Freunde, Nachbarn und Kollegen, um deinen wunderschönen Garten zu bewundern, sie dabei nebenbei erwähnen, dass sie einen Berg voll Mist vor ihrer Türe haben, dann erzähle ihnen doch von den 2 Möglichkeiten und leih ihnen, falls sie es selbst nicht besitzen, deine Schubkarre und Schaufel oder schicke ihnen einfach diese Geschichte.


Ihre Ärmel hochkrempeln müssen sie aber selbst.


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