Leichtes Gepäck...

Aktualisiert: 3. Juli 2018

...oder wie werde ich unnötigen Ballast wieder los


Der Müll unseres Lebens, er setzt sich in unserer Wohnung, auf den Wegen die wir gehen und in unserem Kopf ab. Versperrt uns die Sicht, behindert und lähmt uns, verhindert ein freies unbelastetes Denken und zwingt unsere Gedanken immer und immer wieder in dieselbe Richtung. Wie eine Spirale aus der es keinen Ausgang gibt.

Unsere Gedanken kreisen und kreisen. Sie beschäftigen uns am Tag und oftmals auch in der Nacht. Sie verfolgen uns im Schlaf, um uns am nächsten Morgen daran zu erinnern, dass sie immer noch da sind.

Ja, mag sein, man gewöhnt sich daran aber wie es eben so ist - es wird immer mehr und irgendwann brechen wir unter der geistigen und materiellen Last zusammen.

Unsere Schubladen und Schränke sind gefüllt. Wir stopfen hinein und wenn nichts mehr hineinpasst, dann stemmen wir uns mit aller Kraft dagegen, damit doch noch etwas Platz geschaffen wird. Wenn dass auch nicht mehr geht, fahren wir los und kaufen uns für viel Geld, für das wir lange Zeit gearbeitet und gespart haben, einen neuen Schrank für weiteren Unrat und Müll.


Müll, den wir niemals mehr brauchen und dies dann noch doppelt und dreifach. Längst vergangene Geschichten, böse Erinnerungen an unschöne Erlebnisse und Zeiten die wir eigentlich lieber vergessen möchten. Geschenke von Tante Rosa dritten Grades, die uns nie gefallen haben und das obwohl wir Tante Rosa insgeheim niemals ausstehen konnten - und dann ist da noch der Müll anderer Menschen, die ihn bei uns abladen, um in ihren eigenen Schränken und Schubladen wieder etwas Platz zu schaffen.

Und wenn wir dann noch das zweifelhafte Glück haben, einen großen Keller und Dachboden unseren Besitz nennen zu dürfen...ihr könnt euch vorstellen, dass dieser nicht lange leer bleiben wird.


Aber genauso verhält es sich mit unseren Gedanken, unserem Kopf und unserem Herzen. Je vollgestopfter unsere Umgebung, desto größer das Chaos im Kopf und im Herzen. Da ist kein Platz mehr für angenehme Gedanken und Gefühle. Der Gedankenmüll von früher, alte Glaubenssätze die schon längst keine Berechtigung mehr haben, Glaubenssätze wie "Das kannst du nicht, "Dass wird nix", oder eben "Man wirft nichts weg, kann es ja irgendwann noch gebrauchen". Tief verwurzelte Gedanken die wir nicht loswerden und die uns verfolgen bis wir uns derer bewusst entledigen. Wir müssen also ausmisten, uns befreien vom alten Ballast, um wieder tief durchatmen und unsere neuen, hoffentlich schönere und freieren Gedanken, fließen zu lassen. Wir dürfen uns unsere Zukunft nicht von der Vergangenheit blockieren zu lassen.


Nehmen wir doch mal als Beispiel nur die Pfanne, die wir im Streit mit dem Ex-Freund schon einmal fast benutzt hätten, um ihm zu zeigen wie schmerzhaft ein mit Müll gefüllter Kopf sein kann. Von der Pfanne splittert mittlerweile schon die Beschichtung ab und der Griff ist auch nicht mehr vollständig mit der Pfanne verbunden. Jedesmal wenn wir die Pfanne aber von einem zum nächsten Platz schieben, denn auch darunter muss mal sauber gemacht werden - benutzt hat sie schon lange niemand mehr, werden wir an dieses unschöne Erlebnis erinnert.


Oder wollen wir insgeheim mit dem "aufheben der gammligen Pfanne" nur den Ex-Freund nicht vollständig loslassen, der uns selbst aber schon lange losgelassen hat, nun verheiratet ist und 5 Kinder hat? Und wenn man dann ganz tief in sich geht und überlegt... sind von ihm nicht noch Briefe, Unterhosen und irgendwelche anderen Krimskrams, den er vergessen hat mitzunehmen. Tut euch selbst den Gefallen und entsorgt es. Nicht Schrittweise, sondern alles auf einmal und das gleich und nicht erst irgendwann.


Was bedeutet mir wirklich etwas und woran hängt mein Herz?


Was erfreut mich jeden einzelnen Tag? Was bringt mich zum Strahlen? Dass sind genau die Fragen die wir uns stellen sollten. Unbedacht anderer und unbedacht der steinalten Glaubenssätzen aus der Nachkriegszeit.




Eine asiatische Weisheit:

Wenn du das Land in Ordnung bringen willst, musst du die Provinzen in Ordnung bringen.
Wenn du die Provinzen in Ordnung bringen willst, musst du die Städte in Ordnung bringen.
Wenn du die Städte in Ordnung bringen willst, musst du die Familien in Ordnung bringen.
Wenn du die Familien in Ordnung bringen willst, musst du erst deine Familie in Ordnung bringen
und wenn du deine eigene Familie in Ordnung bringen willst, dann musst du erst dich selbst in Ordnung bringen.


Was soviel bedeute wie, erst wenn du mit dir selbst im Reinen bist, erst wenn deine Gedanken so sind, dass du dich selbst frei vom unnützen Ballast fühlst. Erst dann wirst du frei, frei von den Blockaden die dir die Zukunft versperren und dich in dem Gefühl der Überforderung zurücklassen.


Geh mal durch einen Raum. Gibt es dort nicht auch irgendwo ein offenes Fach im Schrank, ein Regalbrett oder aber eine Fensterbank auf der sich zig Dinge tummeln. Dinge die du irgendwann gesammelt hast aber die dir jetzt in der Gegenwart nichts mehr bedeuten. Es sieht vollgestellt und unordentlich aus. Räum es ab und wische es mit einem, für dich angenehmen Duft, ab. Dann stelle genau ein Sache, ob es nun eine Pflanze, ein Bild oder eine Figur ist, darauf. Aber nicht irgendetwas sondern etwas woran dein Herz wirklich hängt. Nichts weiter, nur dieses Eine. Dann nimm einen Stuhl und setz dich davor. Kannst du dich noch an das Gefühl erinnern, welches du gehabt hast bevor du es abgeräumt hast? Vergleiche es mit dem Gefühl wenn du dich endlich vom Ballast der unnützen, für dich nicht wertvollen, Dinge befreit hast. Fühlt sich das nicht wunderbar frei an?


Was mach ich aber nun mit dem Rest, der sich nun vor mir auf dem Tisch befindet und plötzlich keinen Platz mehr hat? Einfache Antwort...wenn du keinen anderen Platz, keine freie Fläche auf der noch nichts steht und du kein gutes Gefühl für diese Dinge hast, dann mach den Mülleimer auf und entsorge es. Nicht Schrittweise, sondern alles auf einmal und das gleich und nicht erst irgendwann.



Weniger ist oftmals viel viel mehr....


Und nun überlege mal, wenn du dies mit allen Flächen, Schränken und Schubladen machst und du dich befreit hast von diesem vielen Krimskrams, der nicht nur viel Arbeit bedeutet sondern auch deine Gedanken keinen freien Lauf nehmen lässt, wie wäre das? Wie würde es sich anfühlen, nicht mehr vom Leben - sprich von den Dingen und Umständen - beherrscht zu werden sondern du frei durchatmen kannst ohne das du ständig an den vielen Erinnerungen und dem unnützem Zeugs zu ersticken drohst?


Die Art wie du wohnst, mit welchen Dingen und Menschen du dich umgibst, hat mehr Einfluss auf dein Leben, deine Gefühle, Gedanken und deine Ausstrahlung als du denkst.

Reich macht uns nicht unser unnützer Besitz, reich macht uns erst die Freiheit, dass zu Leben was wir tatsächlich leben möchten.


Es ist wie mit allem, wenn wir uns bis zum Äußersten beanspruchen, werden wir sehr bald ziemlich erschöpft sein. Wir brauchen Luft zum durchatmen, Freiheit um uns selbst zu leben. Es geht nicht darum, möglichst viele Schätze anzuhäufen und es geht auch nicht darum, wie viel etwas irgendwann gekostet hat. Alles was keinen festen Platz in unserer Wohnung, in unseren Gedanken und im Herzen hat, gehört dort auch nicht hinein. Denn wenn für uns etwas wirklich wichtig und wertvoll ist, dann hat es ganz bestimmt auch seinen festen Platz in unserem Leben. Alles andere kann irgendwie weg. Nicht Schrittweise, sondern alles auf einmal und das gleich und nicht erst irgendwann.




Sicherheit und andere Trugschlüsse....



Seitdem wir wissen, dass Geiz geil ist, kommt uns jede Auktion, jedes Sonderangebot, jeder große Restposten, die Bonuspunkte in den Märkten nur zu gelegen. Denn damit können wir sparen um vom gesparten Geld noch mehr horten zu können, um dann unser subjektives Gefühl der Sicherheit zu stärken. Sicherheit im Außen zu suchen wird uns aber unweigerlich nicht glücklich machen sondern nur täuschen. Es wird uns nur immer wieder antreiben um noch mehr anzuhäufen, mehr zu horten und mehr zu arbeiten um sich wieder etwas kaufen zu können, dass wir eigentlich gar nicht brauchen.

Wirkliche Sicherheit kann es nur in uns selbst geben. Indem wir mit uns selbst zufrieden und glücklich sind, wenn wir das Gefühl haben, nichts mehr zu brauchen. Wir tragen das Glück, die Liebe und die Freiheit schon lange in uns. Wer das erkannt hat, braucht den Ballast des Lebens im Außen nicht mehr.



68 Ansichten

1/1

© 2023 ADAM KANT / Erstellt mit Wix.com

  • Facebook Social Icon
  • Twitter Social Icon
  • Instagram Social Icon